WAS IST GESTALTTHERAPIE?
 

  • Die humorvolle Kurzdefinition von Fritz Perls heißt: Here and Now – I and Thou!
     
  • Diejenige Definition, die die ganzen Wurzeln und Teilaspekte mitbenennt, lautet:
  • Gestalttherapie ist ein methodisches Ganzes – und damit mehr als die Summe seiner Teile - mit folgenden Teilaspekten:

    Gestalttherapie...

  • -„ist ein erlebnis – und erfahrungsorientiertes, ausgeprägt dialogisches und phänomenologisches Vorgehen, - das heißt, eines, das sich an den offensichtlichen Erscheinungen im inneren und äußeren Beobachtungsraum orientiert, über diese Wirklichkeit unmittelbar und hypothesenfrei im “Hier und Jetzt” austauschen läßt – und im therapeutischen Experiment die Freiheit zu alternativen, korrigierenden Erfahrungen und Handlungsentwürfen eröffnet,
     
  • - ist ein psychodynamisches Verfahren, in dem das Kräftespiel bewußter und vorallem unbewußter Konflikt-Felder unter Nutzung der Körpersprache, der Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktionen und mit fokussierter Kurzzeit-Regression bis zum Zentralkonflikt freigelegt, identifiziert, assoziativ ausgelotet, über einen direkten, gelegentlich kathartischen Dialog auf der krankmachenden Beziehungsachse emotional ausgetragen, nachmodifiziert und entsprechend der jeweiligen, inneren Wahrheit durch einen neu gewachsenen Entscheidungsspielraum einer bewußt verantworteten, authentischeren Lösung zugeführt wird,
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Gestalttherapie...

  • - ist eine Methode mit genuinen Lern- und Übungsaspekten, sowie mit Anregungen zu experimentell selbst erkundeten, persönlichkeitsadäquateren Verhaltensmodifikationen, die prozeßorientiert eingebettet und auch zur Stabilisierung des Ergebnisses einer regressiven Einzelarbeit eingesetzt werden,
     
  • - ist aufgrund seiner – therapeutisch geschützten - erlebnis- und körperorientierten, zielsicheren und persönlich direkten Kontaktaufnahme mit dem Gegenüber des aktualisierten oder des Zentralkonflikts imstande, neurophysiologisch relevante Spuren aufzugreifen, chronisch konflikthaft blockierte Emotionen zu lösen, zu modifizieren, zu integrieren und so tiefgreifende, struktur- und identitätsverändernde Arbeit zu leisten, (sofern eine neurosefähige Persönlichkeitsstruktur mit mittlerer Belastbarkeit vorliegt),
     
  • - ist ein wachstumsorientiertes, emotional stützendes, kreatives, körperfreundliches, sozial-kommunikatives, gleichgewichtsbewußtes und potentialentfaltendes Vorgehen, das sich erforderlichenfalls (z.B. bei psychosenahen Menschen) auf Nachreifung und auf den Aufbau von fehlenden oder brüchigen Persönlichkeits-Strukturen zentriert,

Gestalttherapie...

  • - ist gleichzeitig ein primär gestalttheoretisch begründeter Systemansatz, sowohl für den intra- wie auch für den interpersonalen Raum, in dem sowohl für den jeweiligen Kontext (von Organisation, Gesellschaft und Zeitgeschehen) für die wirksamen Rahmenbedingungen, wie auch für systemrelevante, hilfreiche, selbstorganisatorische Prozesse sensibilisiert wird,
     
  • - ist ein Verfahren, das methodisch im Prozeß der heilsamen Wiederaufnahme blockierter Erlebnisspuren imaginative Vorstellungskräfte, Tag- und Nacht-Träume, sämtliche nonverbale Techniken, zB. Klang-Phantasie- und Zeitreisen, Bildermalen, kreatives Gestalten, Pantomime, Stegreiftheater, Poesie, Bewegung und Tanz, Symbole, besonders auch die Raumsymbolik, gestalttherapeutisches Familienstellen - und auch bewußtseinsverändernde Aspekte kreativ einsetzt und für den Prozeß nutzt,
     
  • - ist ein Verfahren mit existentiellen - sowie latent spirituellen-Dimensionen und mit einer Wertausrichtung im Sinne der Humanistischen Psychologie, in der die Freiheit, die Selbstbestimmung, die Würde und die liebevolle Wertschätzung eines jeden menschlichen Wesens unterstrichen wird.“

    (zitiert aus Hartmann-Kottek, 2004)
  • Siehe auch die "Zusammenfassung"
    im Kapitel “Publikationen” zum Buch "
    Gestalttherapie".